„Die lachende Dritte“ oder der Wechselfehler zum Erfolg

Neue Runde, neue Klasse, (fast) identischer  Kader

Saisonabschlussbericht 2019 der Herren 3 und Herren 4

Nach dem sensationellen Doppelaufstieg der beiden Teams im Sommer 2018 startet die Herren 3 des TC Weinheim 1902 mit dem neuen Mannschaftsführer Rouven Bauer in der 1. Bezirksklasse. In der 1. Kreisliga bei den Herren 4 ist es Mannschaftsführer Timo Sauer. Personelle Veränderungen gibt es durch den starken Zugang von Patrick Speckhardt, welcher den Ausfall von Yves Sienz kompensiert. Ansonsten bleibt der Kader 2019 identisch zum Vorjahr. Die Zielvorgabe ist auch für beide Teams identisch. Beide Team streben einen souveräner Klassenerhalt mit Blick nach oben an. Um sich auf jeden Spieltag optimal vorzubereiten, wird das Mannschaftstraining von Freitag auf Donnerstag vorverlegt. Der neue Trainingstag zeichnet sich durch eine hohe Teilnahme aller Spieler sowie einer hohen Trainingsintensität aus. Nach zwei Trainingseinheiten wartet bereits das erste Pflichtspiel auf uns.

Eine taktisch gute Einwechselung?

Während die Herren 3 zum Saisonauftakt auf der heimischen Anlage den TC Rot empfangen, herrscht bei der Herren 4 gleich Derbyfieber gegen den Nachbarn aus Leutershausen. Der Saisonbeginn kann jedoch nicht unterschiedlicher ausfallen. Während sich die stark aufspielenden Herren 3 in einen wahren Rausch spielen und den Gast mit 8:1 nach Hause schicken, ist den Herren 4 das Glück nicht hold. Alle drei Champion-Tiebreaks in den Einzeln verlieren die Herren 4. So steht es vor den Doppeln nur 2:4 aus Sicht der Gastgeber. Sensation. Durch eine, jedoch nur auf den ersten Blick, taktisch kluge Einwechslung können noch alle Doppel gewonnen werden.

Der 5:4 Heimsieg wird entsprechend gefeiert. Allerdings nur bis zum nächsten Tag. Dann übermittelt der Verband den Einspruch von Leutershausen gegen den Wechsel. Tatsächlich setzte der Mannschaftsführer einen letztlich nicht spielberechtigten Spieler ein. Daraufhin werde alle drei gewonnenen Doppel als verloren gewertet. Der Saisonstart wird mit einer 2:7 Niederlage anstelle eines 5:4 Sieges vermasselt.

Während also die lachende Dritte von der Tabellenspitze grüßt, muss die Herren 4 eine Aufholjagd vom Tabellenende aus starten. Aber gerade in dieser Situation zeigt sich der starke Mannschaftsgeist unseres Teams. Die Herren 4 lassen die Köpfe nicht hängen, sondern entwickeln eine „Jetzt-Erst-Recht-Mentalität“. Die Folge ist eine nochmals erhöhte Trainingsteilnehmerzahl und Trainingsintensität. Beiden Mannschaften gelingt es an den darauf folgenden Spieltagen klare Siege einzufahren. Klasse!

Saisonhighlight 2019 für die lachende Dritte

Ein weiteres großes Saisonhighlight für die am Ende lachende Dritte ist das Auswärtsspiel beim starken Verfolger vom TC Walldorf–Astoria. Auch Walldorf fährt hohe Siege ein. Sie sitzen uns förmlich im Nacken. Aber durch eine routinierte Leistung aller sechs Mannschaftspieler überzeugen wir mit einen sehr wichtigen 6:3–Sieg. Doch wer jetzt denkt, der Saisonabschluss ist ein Selbstläufer, sieht sich getäuscht. Das eingeführte Schweizer–Modell duldet keine Unkonzentriertheit. Zu dicht sind jeweils in beiden Ligen die Tabellenplätze 1 und 2 beisammen.

Und natürlich kam es, wie es kommen musste. Während die ersten Spieltage von Glück und Euphorie begleitet sind, häufen sich nun Krankheit, Verletzung und auch Pech zum Saisonende. Während die Herren 3 das vorletzte Spiel deutlich mit 9:0 für sich entscheiden, erkämpft sich die Herren 4 in Ladenburg gerade noch ein 5:4. Puuh. Somit ist vor dem letzten Saisonspiel von einem Vorsprung nicht wirklich die Rede. Die Bedingungen sind simpel. Herren 3 benötigen 4 Punkte für die Meisterschaft im abschließenden Spiel. Herren 4 benötigen sogar 6 Punkte, um sicher Meister zu werden.

Strategische Planung vor letzten Medenspiel

Akribisch planen die Mannschaftsführer die Herangehensweise, Taktik, Kader und Einwechselmöglichkeiten. Doch Tag für Tag gesellen sich neue Absagen hinzu, so dass die Planung vom Vortag komplett überholt wird. Zum Schluss gibt es so viele Absagen, dass bei den Herren 40/1 um Unterstützung gebeten wird. Glücklicherweise sind die gefragten Regionalliga-Spieler zumindest teilweise bereit, auszuhelfen.

So fahren beide Teams zum Saisonabschluss. Hoch motiviert, top vorbereitet, das klare Ziel vor Augen, aber dennoch stark dezimiert. Trotz der Entfernung bleiben beide Mannschaften in ständigem Kontakt. Während die Herren 4 ihre Einzel größtenteils erfolgreich gestalten und vor den Doppeln bereits 5:1 führen, liegt der Aufstieg bei den Herren 3 entfernter als je zuvor. Die Gastgeber vom TG Käfertal spielen stark auf, und sie führen nach beiden Einzelrunden mit 4:2.

Während die Herren 4 die Doppel von oben nach unten durchspielen und mit einem Abschlusssieg in Höhe von 7:2 den ersten Tabellenplatz festigen und sich über Meisterschaft und Aufstieg freuen, macht sich bei den Herren 3 Zweifel breit, das Spiel noch siegreich zu gestalten. Und wo Zweifel aufkommt, ist Unsicherheit nicht weit. Nach hartem Kampf wird lediglich ein Doppel gewonnen. Die nervenaufreibende Warterei auf das Endergebnis der Verfolger beginnt.

Direkte Vergleich entscheidet

Und es dauert. Es dauert lange. Bis uns schließlich der Verfolger aus Walldorf erlöst, ist es bereits 10:00 Uhr am nächsten Morgen. Endlich wird das Ergebnis hochgeladen. Da Walldorf zwar gewinnt, aber sich nicht schadlos hielt und ein Einzel verliert, zeigt uns die Tabelle einen Punktegleichstand. Und genau jetzt kommt uns das Schweizer Modell entgegen. Denn bei Punktegleichstand zählt der direkte Vergleich. Und diesen hatten wir für uns entschieden,wodurch wir uns als Aufsteiger doch noch äußerst knapp durchgesetzt haben. Wir können die Tabellenspitze mit Ach und Krach verteidigen. „Die lachende Dritte“ eben.

Die Saison 2019 zeigt uns, dass Erfolg und Misserfolg mit dem Schweizer Modell sehr dicht beisammen liegen. Aber eines ist klar: Wer vorne steht, hat es verdient. Und die Freude über die erneute Doppelmeisterschaft ist immens und wird ausgiebig gefeiert. Und natürlich freuen wir uns alle auf die Herausforderung in den neuen Ligen im Sommer 2020 im TC Weinheim 1902.

hintere Reihe v.l.n.r: Moritz Wagner, Till Baltruschat, Daniel Stahl, Chris Graf, Rick Amend, Georg Schakarian, Lucas Kadel
vordere Reihe v.l.n.r.: Rouven Bauer, Timo Sauer, Konrad Kadel
es fehlen: Johannes Damm, Lukas Damm, Maxim Krieger, Nils Gödeke, Paul Bickel, Tobin Lurg, Timo Sattler, Hermann Ammermann und Patrick Speckhardt

Patrick Speckhardt
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